Vor einer Weile habe ich euch hier auf dem Blog schon einmal gezeigt, wie ich meine Schneidematte auffrische. Seitdem hat sich bei mir allerdings einiges verändert – sowohl bei den Werkzeugen als auch beim Kleber. Zeit für ein Update!
In diesem Beitrag zeige ich dir meine aktuelle Methode Schritt für Schritt. In diesem Beitrag zeige ich dir meine aktuelle Methode Schritt für Schritt. Die funktioniert übrigens für alle gängigen Hobbyplotter – egal ob Silhouette, Brother, Cricut oder Siser. Die Technik taugt genauso für gekaufte Matten wie für selbst gebaute Schneidematten.
Was hat sich geändert?
Früher habe ich meine Matten einfach mit Wasser und einem Schwamm gereinigt. Das hat auch gut funktioniert – aber inzwischen bin ich auf Glasreiniger und eine Metallspachtel umgestiegen. Nicht, weil der Glasreiniger besser sauber macht, sondern schlicht und einfach weil er schneller trocknet. Beim Kleber hat sich sogar noch mehr getan – aber dazu gleich mehr.
Vorab: Warum Mattenpflege so wichtig ist
Ich weiß, dass es verlockend ist, einfach die nächste frische Matte aus dem Stapel zu holen, wenn die alte nicht mehr richtig klebt. Aber die Matte ist ein ganz entscheidender Teil für einen erfolgreichen Papierschnitt – sie ist euer Träger! Deshalb lohnt es sich wirklich, ihr regelmäßig ein bisschen Liebe zu schenken.
Ich persönlich habe gar nicht so viele Matten, weil ich immer nur meine eine Matte benutze und die einfach gut in Schuss halte. Die bleibt bei mir auch dauerhaft im Gerät – da läuft die Katze drüber, da staubt sie ein, das ist alles kein Problem. Solange man regelmäßig reinigt und ab und zu auffrischt.
Also bitte: Pflegt eure Matten! Habt keine Angst davor – ihr könnt eigentlich nichts kaputt machen. 😊
Schritt 1: Grobreinigung – Papierreste abschaben
Bevor irgendetwas anderes passiert, müssen erst mal die groben Papierreste runter. Dafür benutze ich eine Metallspachtel und arbeite auf einer geraden Unterlage – also ganz normal auf dem Basteltisch.
Wichtig: Die Matte muss dabei wirklich flach auf einer geraden Fläche liegen! Ich habe tatsächlich mal gesehen, wie jemand seine Matte aufs Knie gelegt hat und sich dann gewundert hat, warum das mit dem Schaber nicht so gut klappt. Bitte nicht nachmachen. 😄
Die Metallspachtel hat gegenüber meinem früheren Geodreieck noch einen schönen Nebeneffekt: Wer viel Papier schneidet, hat irgendwann kleine Schnittgrate in der Matte. Die Metallspachtel zieht diese Grate beim Abschaben gleich ein bisschen glatt – das schafft ein Geodreieck aus Plastik nicht.
Die abgeschabten Reste schiebe ich einfach auf ein Stück Küchenrolle neben der Matte. Fertig ist Schritt 1.
Schritt 2: Nassreinigung mit Glasreiniger
Jetzt wird die Matte richtig sauber gemacht. Ich sprühe die komplette Fläche mit Glasreiniger ein und verteile ihn schön gleichmäßig. Wer wie ich viel Papier plottet, wird jetzt nicht nur Haare finden, sondern auch feinste Papierfasern, die der Spachtel allein nicht erwischt hat.
Dann wird noch mal kräftig mit der Spachtel geschabt – diesmal durch den Glasreiniger hindurch. Das löst wirklich die letzten Reste. Am Ende einfach mit einem zusammengefalteten Küchentuch nachwischen. Dabei erwischt man meistens doch noch den einen oder anderen Fussel.
Glasreiniger hat wahrscheinlich jeder von euch daheim – und der große Vorteil gegenüber Wasser ist eben, dass die Matte viel schneller wieder trocken und einsatzbereit ist.
Manchmal reicht das schon! Wenn die Matte einfach nur lange nicht gereinigt wurde, kann es gut sein, dass allein durch das Entfernen von Staub und Faserresten die Klebeschicht wieder ausreichend frei liegt und das Papier wieder ordentlich haftet. Probiert es einfach aus – Hand drauf, und wenn sie hält, könnt ihr direkt weiter plotten.
Schritt 3: Auffrischen – Neue Klebeschicht auftragen
Wenn das Reinigen allein nicht reicht, kommt frischer Kleber drauf. Und hier hat sich bei mir am meisten verändert.
Mein alter Weg: Sprühkleber und Zig 2-Way Glue
Ganz am Anfang habe ich mit Sprühkleber aufgefrischt. Das funktioniert zwar, ist aber eine ziemliche Sauerei – man muss die Ränder sauber abkleben, nebelt im Innenraum herum… Irgendwann habe ich das sein lassen.
Dann bin ich auf den Zig 2-Way Glue umgestiegen, den einige von euch vielleicht auch als Empfehlung von mir kennen. Der ist auch gut, aber er ist manchmal schwer zu bekommen und relativ teuer.
Mein neuer Favorit: Busch Modellbau-Haftkleber (verdünnt)
Inzwischen verwende ich den Busch Modellbau-Haftkleber – und zwar die wieder ablösbare Version. Das ist ganz wichtig: Es gibt verschiedene Varianten, ihr braucht genau die wieder ablösbare!
Kleiner Tipp am Rande: Der Kleber ist bei Amazon oft relativ teuer. Folgt am besten dem Link, kopiert euch die genaue Bezeichnung und sucht dann beim Händler eurer Wahl danach.
unbedingt verdünnen
empfohlenes Mischverhältnis:
2 Teile Wasser + 1 Teil Kleber
Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Dieser Kleber haftet wie Sau! 😄 Unverdünnt wäre er viel zu stark und ließe sich kaum dünn genug auftragen. Deshalb verdünne ich ihn im Verhältnis 2:1 – also zwei Teile Wasser auf einen Teil Kleber.
So mische ich den Kleber an
Ich benutze dafür eine kleine Leerflasche (50 ml reicht völlig) und eine Feinwaage. Einfach den Kleber einwiegen und die doppelte Menge Wasser dazugeben. Also zum Beispiel: 15 g Kleber + 30 g Wasser. Gut schütteln, fertig.
Auf der Flasche notiere ich mir das Datum – meine aktuelle Mischung ist vom Oktober 2025 und funktioniert nach über vier Monaten mit ganz normalem Leitungswasser immer noch einwandfrei. Die Mischung ist also wirklich unglaublich ergiebig!
So trage ich den Kleber auf
Die verdünnte Mischung verteile ich mit einem Pinsel auf der sauberen, trockenen Matte. Alternativ geht auch eine alte Geschenkkarte oder ein Stück Plastik als Spachtel.
Ein paar Tipps zum Auftragen:
- Dünn auftragen! Genau deshalb verdünnen wir den Kleber – damit er sich schön dünn verteilen lässt.
- Ränder frei lassen. Versucht, nicht über den Mattenrand hinaus zu pinseln. Falls doch mal etwas daneben geht: Solange der Kleber noch feucht ist, lässt er sich gut wegwischen. Wenn er aber erst mal angezogen hat, bekommt ihr ihn nicht mehr so leicht weg – das ist ja auch Sinn und Zweck. 😉
- Alte Kleberreste müssen nicht komplett entfernt werden. Ihr habt die Matte mit Glasreiniger gereinigt – das reicht als Vorbereitung. Einfach die neue Schicht obendrauf.
Dann ein paar Minuten trocknen lassen – und schon könnt ihr wieder los plotten! Bei mir ist die Matte meistens schon nach wenigen Minuten einsatzbereit.
Kurzer Test: Klebt die Matte wieder?
Mein ganz simpler Schnelltest: Hand flach auf die Matte drücken. Wenn sie beim Hochheben spürbar an der Hand haftet, ist alles gut. Wenn nicht, war entweder die Reinigung noch nicht gründlich genug oder es muss noch eine Runde Kleber drauf.
Wann muss die Matte wirklich ersetzt werden?
Eine gut gepflegte Matte kann jahrelang halten. Ersetzen müsst ihr sie erst, wenn das Plastik irgendwann brüchig wird – das erkennt ihr daran, dass es beim Ablösen von Papier irgendwann mal „Knack“ macht und eine Stelle aufgeht. Dann ist die Matte tatsächlich am Ende ihres Lebens angelangt.
Bis dahin ist es aber in der Regel ein weiter Weg. Ganz viele Plotter-Besitzer werfen ihre Matten viel zu früh weg – dabei hätte eine ordentliche Reinigung und Auffrischung oft gereicht!
Exkurs: Warum ich eigene Matten baue
Falls ihr euch fragt, warum ich so viel über Mattenpflege weiß: Das liegt daran, dass ich seit Jahren meine Schneidematten selbst baue. Angefangen hat das, weil mich die alten Silhouette-Matten wahnsinnig gemacht haben.
Die hatten damals nämlich eine doppelseitige Klebefolie als Klebeschicht. Das Problem: Wenn man Papier darauf schneidet, wird diese Folie an den Schnittstellen mit durchgeschnitten. Mit der Zeit biegen sich dann überall kleine Ecken hoch – wie Eselsohren. Die Matte wird dadurch uneben und eigentlich unbrauchbar. Und das nach gefühlt drei Reinigungen!
Genau das war der Grund, warum ich irgendwann meine erste eigene Matte gebaut habe – mit einem richtigen aufgetragenen Klebstoff statt einer Klebefolie. Und dabei bin ich geblieben. Meine Selbstbau-Matten bestehen aus Windradfolie, sind super beständig und halten jahrelang. Ich produziere damit quasi fast keinen Müll.
Wer das Auffrischen einmal gemacht hat, ist übrigens auch nicht mehr weit davon entfernt, eine eigene Matte zu bauen. Die zusätzlichen Schritte sind eigentlich nur: Rohmaterial zuschneiden, Raster aufzeichnen und vor dem Kleber die Oberfläche mit einem Schleifschwamm anrauen. Aber das ist ein Thema für einen eigenen Beitrag. 😉
Das ganze Prozedere im Video
Falls du lieber zuguckst statt liest: Im Livestream vom 06.02.2026 habe ich das komplette Auffrischen live gezeigt – vom Abschaben über den Glasreiniger bis zum Kleber-Auftrag:
Auf einen Blick: Was du brauchst
- Metallspachtel (oder Geodreieck als Alternative)
- Glasreiniger (oder Wasser)
- Küchentuch / Küchenrolle
- Busch Modellbau-Haftkleber, wieder ablösbar
- Leerflasche (ca. 50 ml) zum Anmischen
- Feinwaage zum Abwiegen
- Pinsel oder Plastikspachtel zum Auftragen
Zusammenfassung: 3 Schritte zur frischen Matte
- Grobreinigung: Papierreste mit Metallspachtel auf gerader Unterlage abschaben.
- Nassreinigung: Glasreiniger aufsprühen, mit Spachtel nacharbeiten, mit Küchentuch abwischen und trocknen lassen.
- Auffrischen: Verdünnten Busch Modellbau-Haftkleber (2 Teile Wasser : 1 Teil Kleber) dünn mit Pinsel auftragen (oder natürlich weiterhin ZIG 2 Way Glue). Ränder frei lassen. Wenige Minuten trocknen lassen – fertig!
Wie machst du es?
Jetzt bin ich gespannt: Wie reinigt und pflegt ihr eure Matten? Habt ihr auch eine Routine oder fliegt die Matte einfach in den Müll, sobald sie nicht mehr klebt? Probiert ihr meine Methode mal aus? Schreibt es mir gerne in die Kommentare – ich freue mich über jeden Austausch!
Viele Grüße
deine Miriam













